Logan: The Wolverine

Originaldauer
132 min
Regisseur
James Mangold
Besetzung
Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen
Sprachen
Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr
2017
FSK-Angabe
16 Jahre
  • SD
    € 4,99
  • HD
    € 5,99

Handlung

"Logan" (2017) auf der Berlinale? Dass der zuletzt immer müder gewordene Superheld aus dem Popcorn-Kino im Wettbewerb (freilich außer Konkurrenz) des traditionell politisch und sozial engagierten Filmfestivals auftauchte, mag auf den ersten Blick überraschen. Bei genauem Hinsehen jedoch passte der starke Abschluss der Wolverine-Trilogie ziemlich gut in den Berlinale-Jahrgang 2017. Er setzte nicht nur einen blutroten Schlusspunkt, sondern baut für die moralischen und sozialen Themen des Festivals, für Flüchtlinge und Grenzüberschreitungen, eine Brücke in die Multiplex-Welt. Dass die ziemlich tragfähig ist, liegt auch am grandios-grantigen Hauptdarsteller Hugh Jackman in einer würdevollen Abschiedsvorstellung als Wolverine.

Dreckig und staubig ist es im Jahr 2029 im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko, wo sich der sichtlich gealterte Logan (Jackman) in einer Welt voller Yolos als Chauffeur einer Luxus-Limousine verdingt, sich nach Dienstschluss besinnungslos säuft und in lichten Momenten für Charles Xavier (Sir Patrick Stewart) sorgt. Mit Professor X und dem seherisch begabten Caliban (Stephen Merchant) lebt Logan in einer Art WG - sie sind nach den Kriegen der vergangenen Jahre wohl die letzten Mutanten auf der Welt. Doch dann taucht die zehnjährige Laura (Dafne Keen) auf.

Das Mädchen ist Logan in vielerlei Hinsicht ziemlich ähnlich und will sich von Wolverine zu einem sicheren Ort am anderen Ende der USA bringen lassen. Laura wird im Auftrag einer Gen-Firma von einer Privatarmee unter der Leitung des Cyborgs Donald Pierce (Boyd Holbrook) gejagt. Auf dem Weg nach North Dakota wird der Reisegruppe natürlich kein roter Teppich ausgerollt. Wenngleich sich jeder Teppich, den sie betreten, blutrot färbt. Laura und Logan müssen öfter die Krallen ausfahren, als sie wollen.

Es ist vor allem Regisseur James Mangold ("Walk The Line") zu verdanken, der aus dem zehnten Film der "X-Men"-Reihe seit dem Jahr 2000 mit Mut zur Provokation und gegen jede Blockbuster-Konvention ein düsteres, realistisches und intimes Roadmovie und einen apokalyptischen Anti-Western machte - mit Gewalteskalationen, die so unerträglich brutal wie unvermeidlich sind. "Logan" nimmt sich mit einem reduzierten Handlungskorsett viel Zeit für seine Figuren und erlaubt sich eine Konsequenz und eine emotionale Intensität, wie man sie in Comic-Verfilmungen noch nicht gesehen hat.

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