Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

Originaldauer
134 min
Regisseur
Mel Gibson
Besetzung
Andrew Garfield, Vince Vaughn, Sam Worthington
Sprachen
Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr
2016
FSK-Angabe
16 Jahre
  • SD
    € 4,99
  • HD
    € 5,99

Handlung

Desmond Doss ist ein realer amerikanischer Held, der die "Medal of Freedom" erhielt, ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Dem 2006 Verstorbenen setzt Mel Gibson mit "Hacksaw Ridge" (2016) ein Denkmal. Jener Doss, eindringlich verkörpert von Ex-"Spider-Man" Andrew Garfield, schwor nach einem bedrohlichen Zwischenfall in seiner Familie, nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen. Alles kein Problem, sogar in den US-Südstaaten der 40er-Jahre - würden nicht just zu jener Zeit die Japaner Pearl Habor überfallen und in Doss den heimattreuen Patrioten wecken. Als solcher meldet sich der junge Mann nun auch im Heimkino bei der US-Army, um in Asien für sein Land zu kämpfen.

Doss weigert sich weiterhin, zu schießen, ja das Gewehr auch nur zu berühren. Fortan macht man ihm in der Grundausbildung das Leben schwer: Seine Vorgesetzten Captain Glover (Sam Worthington) und Sgt. Howell (Vince Vaughn) bedrängen ihn zu gehen; Kameraden wie Smitty (Luke Bracey) schlagen, beleidigen und mobben ihn. Antikriegsfilme wie "Apocalypse Now" lassen grüßen. Dennoch: Dess will kämpfen, will die Japaner besiegen, will für sein Land patriotisch auf dem Schlachtfeld sterben. Nur eben ohne Waffe in der Hand.

Desmond darf als Sanitäter doch noch an die Front. Und er eweist an der berüchtigten titelgebenden Riesenklippe im Pazifik, dass er aufopferungsbereit zur Rettung seiner Kameraden über sich hinaus wächst. Anstatt Leben zu nehmen, rettet er in der berühmten Schlacht von Okinawa Hunderte. Diese beeindruckenden historischen Geschehnisse - wenn auch vollends pathetisch - in Szene zu setzen, ist das erste Verdienst Gibsons. Das zweite ist eines, das den Zuschauer die öden Gebete und Motivationssprüche sowie die markige Inszenierung der "Du kannst alles schaffen"-Ideologie schnell vergessen lässt: So eindrucksvoll war der Schrecken des Krieges seit "Der Soldat James Ryan" nicht mehr auf der Leinwand zu sehen.

"Hacksaw Ridge" schmeißt den Zuschauer mitten ins grausige Schlachten; in schnittlosen Fahrten blickt die Kamera auf eine blutgetränkte Szenerie, in der tabu- und erbarmungslos draufgehalten wird: herausfallende Gedärme, spritzendes Hirn, durch die Luft wirbelnde Gliedmaßen, dazu markerschütternde Schreie und quälend lange Todeskämpfe. Mittendrin der schlaksige Held, der das Unmögliche versucht. Die Inszenierung wirkt teilweise unerträglich, beängstigend, würderaubend und entblößend. Und zugleich unendlich beeindruckend, mitreißend und ästhetisch kompromisslos.

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