Clan, El

Originaldauer
105 min
Regisseur
Pablo Trapero
Besetzung
Guillermo Francella, Peter Lanzani, Lili Popovich
Sprachen
Deutsch
Erscheinungsjahr
2016
FSK-Angabe
16 Jahre
IMDb-Rating
7.1/10
  • SD
    € 4,99
  • HD
    € 5,99

Handlung

Arquímedes (Guillermo Francella) massiert seiner Frau liebevoll den Nacken. Dann trägt er den Teller auf einem Tablett weg, raunzt im Vorbeigehen seinen Sohn an, geht die Treppen in den ersten Stock hinauf und richtet seiner Tochter aus, dass das Essen fertig ist. Normaler Familienalltag - möchte man meinen. Doch dann wird das dumpfe Hämmern und Schreien, das aus dem Badezimmer drängt, immer lauter. "El Clan" deutet rudimentär an, was während der argentinischen Militärdiktatur Ende der 70-er und Anfang der 80-er passierte und setzt den 30.000 verschleppten und misshandelten Menschen dieser schwarzen Epoche ein gelungenes Denkmal.

Der historische Arquímedes Puccio war einer jener Emporkömmlinge der Junta, die unter Deckung von Polizei und Militär Menschen entführten, Lösegeld erpressten und sie ermordeten. Nach dem Fall der Militärdiktatur mordete er solange weiter, bis ihn die alten Militärs nicht mehr schützen konnten - eine düstere Geschichte, die Regisseur Pablo Trapero seit vielen Jahren beschäftigt.

Traperos Spagat zwischen Genrespiel und Interesse an der historischen Begebenheit gelingt vorzüglich. Dokumentarische Fernseh- und Hörfunkausschnitte zeigen den politische Hintergrund, vor dem "El Clan" spielt. Gleichzeitig zertrümmert der Polit-Thriller den Mythos vom lässigen Filmgangster. Die Puccios führen ein unscheinbares Leben. Keiner ahnt, wie sie ihr Geld verdienen.

Arquímedes, die zentrale Figur des Films, ist ein Monster. Er empfindet eine sadistische Lust daran, seinen Opfern mit monotoner Stimme gefühlige Briefe zu diktieren, die sie ihren Angehörigen als Lebenszeichen schicken sollen. Und später daran, die Familienangehörigen bei der Lösegeldübergabe zu beobachten, wie sie verzweifelt auf den Entführten warten, der meist schon erschossen und verscharrt irgendwo liegt. Arquímedes ist mehr als nur eine Figur. An ihm wird klar, dass die Strukturen der Diktatur auch dann noch weiter wirkten, als sie beendet war.

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