Churchill

Originaldauer
102 min
Regisseur
Jonathan Teplitzky
Besetzung
Brian Cox, Miranda Richardson, John Slattery
Sprachen
Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr
2017
FSK-Angabe
6 Jahre
  • SD
    € 4,99
  • HD
    € 5,99

Handlung

Holterdipolter. Wenn Winston Churchill sauer ist, sollte man ihm lieber nicht begegnen. Dabei trägt der in vieler Augen größte Brite des 20. Jahrhunderts sein Herz auf dem rechten Fleck. So beschreibt ihn jedenfalls Regisseur Jonathan Teplitzky in seinem Film "Churchill" (2017), einem Biopic, das eigentlich keines ist, weil es sich auf vier Tage im Leben des britischen Staatsmanns beschränkt. Und trotzdem erzählt es sehr viel über den Mann, der das Vereinigte Königreich durch den Zweiten Weltkrieg führte - mit vielen leisen Tönen, die in Churchills (Brian Cox) meist cholerischen Auftritten zum Glück nicht untergehen.

"Churchill" zeigt einen Staatsmann mit Ecken und Kanten, einen Mann der klaren Worte; einen, der keiner Konfrontation aus dem Weg geht, wenn er sich selbst auf dem richtigen sieht. Deswegen opponiert er im Juni 1944 vehement gegen die D-Day-Pläne, die Landung der Alliierten in der Normandie, die dem Zweiten Weltkrieg die entscheidende Wende gab.

Seine persönliche militärische Vergangenheit ließ Churchill am Gelingen der Operation zweifeln: Er war für das verlustreiche Scheitern einer ähnlichen militärischen Unternehmung im Ersten Weltkrieg verantwortlich. Also poltert er gegen US-General Eisenhower (John Slattery) und den eigenen König (James Purefoy), verfolgt seine eigenen Pläne und verzweifelt fast daran, dass niemand seine Bedenken teilt.

Es ist ein tiefer Zwiespalt, in dem sich Churchill befindet und aus dem der Film sein Konfliktpotenzial zieht. Als Historienfilm ist "Churchill" sorgsam ausgestattet. Und dass der D-Day verlustreich zwar, aber eben erfolgreich verlaufen würde, ist ja auch bekannt.

Regisseur Jonathan Teplitzky tut gut daran, sich auf seinen streitbaren Protagonisten zu konzentrieren, zumal er von Brian Cox einfühlsam und bei allen Fehlern auch mit viel Würde gespielt wird. Auch wenn sich der Film eine gehörige Portion Nostalgie gönnt, sind die leisen Szenen, die Churchill als verletzlichen, zweifelnden Mann zeigen, im Dämmerlicht zwischen gekränktem Stolz und genuiner Fürsorge für die Söhne seines Landes, die stärksten Momente. Etwa wenn er sich im Pyjama von Gott schlechtes Wetter erbittet, um die Operation D-Day zu verschieben. Oder wenn er von seiner Frau Clementine (Miranda Richardson) daran erinnert wird, was es heißt, ein großer Staatsmann zu sein.

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