Accountant, The

Originaldauer
123 min
Regisseur
Gavin O'Connor
Besetzung
Ben Affleck, Anna Kendrick, JK Simmons
Sprachen
Deutsch, Englisch
Erscheinungsjahr
2016
FSK-Angabe
16 Jahre
  • SD
    € 4,99
  • HD
    € 5,99

Handlung

Einen Buchhalter stellt man sich für gewöhnlich eher als drögen, bebrillten Zahlenrassler vor, selten als gewieften und gewalttätigen Actionhelden. In Gavin O'Connors kühl gefilmtem "The Accountant" (2016) verbindet der titelgebende Protagonist beides. Ben Affleck spielt einen verschlossenen Eigenbrötler mit abgründiger Seite in einem Film, der eine Wundertüte ist: Ein bisschen "Good Will Hunting", ein bisschen "Jason Bourne", ein bisschen "Rain Man", ein bisschen "Der Dritte Mann". Durch eine gute Mischung verschiedener Genres ist "The Accountant" sehr unterhaltsam geraten.

Wer ist Christian Wolff, dieser unsoziale, aber nicht völlig unsympathisch wirkende Hüne, der sein Herz auf der Zunge trägt und unfassbar schnell rechnen kann? Diese Frage stellt sich nicht nur der Zuschauer, sondern auch das zahlenmäßig große und namhaft besetzte Personal von "The Accountant": Der lässige Direktor der Steuerbehörde (J.K. Simmons), seine Helferin mit dunkler Vergangenheit (Cynthia Addai-Robinson), eine schüchterne Buchhalterin (Anna Kendrick), ein zwielichtiger Firmenchef (John Lithgow). Sie alle sehen jeweils nur eine Facette des nur äußerlich bieder lebenden Buchhalters, der Verbindungen zu sämtlichen Unterweltgrößen unterhält und sich gleich hinter mehreren Pseudonymen verschanzt. Mehr als seine schemenhafte Rückenansicht auf Polizeifotos bekommen aber nicht einmal die Ermittler zu sehen.

Soviel sei verraten: Der steife Autist, der von seinem Army-Vater zur brutalen Kampfmaschine herangezogen wurde, ist eine zutiefst ambivalente Figur. Ein killender Kontrollfreak mit strengem Moralkodex, ein Rechenmeister, der allerdings mit gespanntem Bizeps, aufgeklappten Messern und großkalibrigen Scharfschützengewehren ebenso gut umgehen kann wie mit Zahlen. Eine echte Maschine also - wäre da nicht dieser verräterische Kinderreim, den Wolff immer dann bemühen muss, wenn eine für ihn stressige Situation eintritt, oder andere bizarre Rituale, wie etwa seine nächtlichen, zu Blitzlicht ausgeführten Selbstkasteiungen.

Auch abgesehen vom ungewöhnlichen Protagonisten, ist die Handlung von "The Accountant" rund um die dubiosen Finanzabwicklungen eines High-Tech-Konzerns recht spannend gestaltet und braucht sich vor anderen Filmen seines Genres nicht zu verstecken. Zahllose Rückblenden nehmen sich der traumatischen Vergangenheit des Buchhalters an und sorgen dafür, dass der Thriller bis zum Schluss spannend bleibt.

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